Haiti

Liebe Besucherinnen und Besucher

Seit August 2010 gab es auf meiner Homepage keine Veränderungen, weil ich mich erneut auf einen Einsatz in Haiti vorbereitet habe, den ich am 30.9.2010 antrat, um dort nach dem verheerenden Erdbeben eine Ausbildungsstätte für alle Bauberufe, sowie Mechaniker und Automechaniker zu planen und aufzubauen.

Das Projekt ist nicht nur eine Berufsschule, sondern auch eine Produktionsstätte für Hohlblocks, Filigrandecken, Dachrinnen, Schulmöbel und Türen, sowie alle erforderlichen Bauschlosserprodukte. Mit den Lehrlingen werden auch komplette Gebäude errichtet. Das Projekt ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, damit das Land möglichst schnell wieder aufgebaut werden kann.Lehrlingsheim

Das nachfolgende Bild vom Juni 2012, zeigt das fertige Projekt, z.Z. werden in dieser Ausbildungsstätte 200 Lehrlinge ausgebildet. Im kommenden Schuljahr wird die Maximalbelegung von etwa 240 Lehrlingen erreicht.

Der Aufbau dieses Projektes war nicht nur mit viel Arbeit verbunden, es hat auch Spaß gemacht, auch meinen Mitarbeitern auf der Baustelle, was auf dem nächsten Bild gut zu erkennen ist.

Begeisterung

Seit Juli letzten Jahres sind meine Frau und ich wieder zurück in der Heimat. Wie erwartet hatte sich in der Zwischenzeit politisch nicht viel verändert, schon gar nicht zum Guten. Nach der Überwindung von gesundheitlichen Problemen habe ich begonnen, mich wieder politisch aktiv einzumischen. Ich halte wieder Vorträge, habe mich für die Attac-Sommerakademie als Referent angemeldet, kandidiere noch einmal für DIE LINKE im Wahlkreis Calw/Freudenstadt und ich bin dabei, ein 3. Buch zu schreiben.

Es ist eine Weiterentwicklung der Ideen, die ich schon in meinem ersten Buch vor 10 Jahren niedergeschrieben habe und es ist eine Aktualisierung des 2. Buches, das vergriffen ist. Das Besondere in diesem 3. Buch ist eine fiktive „Regierungserklärung“ der „Bewegung solidarische Gesellschaft“, die überraschend die Mehrheit im Bundestag erreicht hat und nun die Regierung stellt. Ob diese „Bewegung solidarische Gesellschaft“ eine Koalition von verschiedenen Parteien ist oder ein Parteienzusammenschluss, oder eine neue Partei, sei dahingestellt, alles ist denkbar.

In dieser „Regierungserklärung“, mit einem Ausblick in die beiden nachfolgenden Legislaturperioden, wird dargestellt, wie innerhalb von 12 Jahren unsere derzeitige, zum Wachstum gezwungene und zum Scheitern verurteilte kapitalistische Gesellschaft in eine zukunftsfähige, solidarische Gesellschaft umgewandelt wird, die weiterhin marktwirtschaftlich funktioniert, aber selbstverständlich nicht mit einer völlig deregulierten und von den Finanzmärkten getrieben Marktwirtschaft, sondern mit einer ganz konsequent sozial-ökologisch geregelten Marktwirtschaft. In diesem Buch setze ich mich auch wieder kritisch mit einigen volkswirtschaftlichen Theorien auseinander, auch mit Theorien, die von sozial und ökologisch eingestellten Ökonomen vertreten werden. Wir müssen immer wieder selbstkritisch unsere Überlegungen in Frage stellen, damit wir ein wirklich zukunftsfähiges, möglichst krisenfreies, soziales Gesellschaftssystem erreichen. Natürlich behandle ich im neuen Buch auch die Krise in „Euroland“. Es ist verwunderlich, dass für die meisten Politiker/innen diese Krise überraschend kam. Die Krise ist eine Folge der neoliberalen Politik mit Steuersenkungen und einem Wettrennen um die niedrigsten Unternehmens- und Vermögenssteuern, der daraus folgenden Staatverschuldung, sie ist eine Folge der Globalisierung und der daraus folgenden Handelsbilanzdefiziten vieler Staaten und es ist eine Folge der völlig unzureichenden gemeinschaftlichen Politik innerhalb der EU und im Besonderen innerhalb von „Euroland“.

Wer eine gemeinsame Währung hat, muss auch eine gemeinsame Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Lohnpolitik betreiben. Meine größte Sorge ist aber weiterhin ein Scheitern der Klimaschutzpolitik. Die Folge einer falschen Wirtschaftspolitik sind „nur“ wirtschaftliche Krisen. Die sind zwar auch schlimm, weil sie viele Menschen in wirtschaftliche Not stürzen. Eine solche Krise ist aber aus eigener Kraft innerhalb von einigen Jahren überwindbar. Wenn wir aber bei der Klimaschutzpolitik nicht rechtzeitig „die Kurve kriegen“, dann ist mit einer dauerhaften Klimaerwärmung zu rechnen, mit katastrophalen, nicht mehr umkehrbaren Folgen für die gesamte Menschheit. Auch wenn es so aussieht, dass ich politisch ähnlich wie Don Quijote gegen Windmühlenflügel kämpfe, werde ich weiterkämpfen, denn „Hoffung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Václav Havel)

In nächster Zeit werden Sie hier immer wieder aktuelle Texte finden.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Groll